_new forms of distinction_from bourgeoisie to subculture_

_english text below_

Beim Durchblättern diverser Modeinformationskanäle sehe ich nach wie vor Sportswear- und Streetweareinflüsse.  Daneben stehen Referenzen an die siebziger, achtziger und neunziger Jahre. Mit der Dior Men`s Wear Kollektion von Kim Jones, die uns in Richtung Zukunft beamt, zeichnen sich weitere starke Trends ab.

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Gucci_2018

Doch woher kommt der starke Einfluss von Streetwear und Sportswear?

Mode und die daraus resultierenden Kleiderstile entwickeln sich meist evolutionär und weniger, wie es uns die Modemagazine und die zahllosen Modeblogger aus marketingtaktischen Gründen glauben machen wollen, revolutionär. Unser heutiges Kleiderverständnis ist geprägt von dem historischen Prozess der Entwicklung soziologischer Vorbildfunktionen und Machtpositionen und der Akzeptanz oder der Ablehnung eben dieser.

Seit der industriellen Revolution um 1870 prägt das Industriebürgertum im Sinne des Bewahrens der Machtpositionen des Ancien Regimes die stilistische Akzeptanz von Kleiderbasistypen und vor allem das bürgerliche Kleider- und Rollenverständnis. Das ist für die Frau das „Kleid“ und den Mann der „Anzug“. Mode im konservativen Sinne bedeutet seither, dass der Mann seinen Reichtum modisch über die Kleider und Accessoires seiner Frau ausdrückt. Besonders die Kleiderform des Anzugs ändert sich stilistisch nur noch in Details. Es entstand eine angepasste Männermode, deren Ausdruck von Fleiß, Disziplin und puritanischem Verzicht geprägt war.

Mit dem Einfluss der Jugendkulturen, die als eigenständiges Genre seit den 1950- iger Jahren in der Mode wahrgenommen wird, fängt die zuvor stillschweigend akzeptierte Machtposition zwischen dem Großbürgertum und der Arbeiterschicht zu bröckeln. Das findet auch seinen Ausdruck in der Mode. Vereinfacht sahen vor dem Beginn der Jugendkulturen die Teenager aus wie Eltern, nur eben jünger mit weniger faltiger Haut. Jugend bekommt in dieser Zeit seine eigene stilistische Kodierung. Mit ihr begann der Stolz ihre Andersartigkeit möglichst offensiv zur Schau zu tragen.

Die Geschichte der klassischen Subkulturen kennen wir alle. Seit 1982 gilt Jugendkultur als Ideenreservoir der Modeindustrie, die in dieser Zeit an einer Phase der Ideenlosigkeit litt. Damit begann auch die kommerzielle Ausbeutung verschiedenster Subkulturen. Gleichzeitig brannten sich neue Archetypen von Kleidung in die kollektive Imagination.

_english text_

As I browse through various fashion information channels, I see lots of sportswear and streetwear influences. There are also references to the seventies, eighties and nineties. With the Dior Men`s Wear Collection by Kim Jones, which is beaming us towards the future, there are further strong trends.

But where does the strong influence of streetwear and sportswear come from?

Fashion and the resulting styles of garments are developing evolutionarily and less, as the fashion magazines and the countless fashion bloggers want to make us believe for marketing reasons, revolutionary. Our understanding of clothing today is shaped by the historical process of the development of sociological role models and positions of power and their acceptance or rejection.

Since the industrial revolution of 1870, industrial bourgeoisie has shaped the stylistic acceptance of types of clothing base and, above all, the bourgeois understanding of garments and  gender roles in the sense of preserving the positions of power of the ancien regime. This is the „dress“ for the woman and the „suit“ for the man. Fashion in the conservative way of thinking means since then that the man expresses his wealth with the fashionably clothes and accessories of his wife. Especially the dmen`s suit changes stylistically only in details. The result was an adapted menswear whose expression was characterized by diligence, discipline and Puritan renunciation.

With the influence of youth cultures, which has been perceived as an independent genre since the 1950s in fashion, the previously tacitly accepted power position between the upper bourgeoisie and the working class begins to crumble. This also finds its expression in fashion. Simply spoken, before the onset of youth culture, teens looked like parents, just younger with less wrinkled skin. Youth gets his own stylistic coding during this time. With this, the pride began to show off the otherness as aggressively as possible.

We all know the history of classical subcultures. Since 1982, youth culture has been regarded as a reservoir of ideas for the fashion industry, which at this time was suffering from a period of lack of ideas. This also began the commercial exploitation of various subcultures. At the same time, new archetypes of clothing burned into the collective imagination.

 

 

 

 

 

 

 

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