_brainstorm_couture defilès_

_Claire Waight Keller approches for Givenchy Couture the most modern approach to the collection_to create a modern attitude street wear influences are mixed perfectly with the heritage of the house Givenchy_

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_in my perception John Galliano shows for Maison Margial  the way to camouflage oneself in the decomposition of unstoppable consumption and the tsunami of visual information crashing down on all of us_

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_lavishly sumptous flower inspiratios at Maison Valentino_Couture in a very clssical way_still beautiful_

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_Die Formel der Mode_II_Zeichensysteme_

_english text below_

Mode entwickelt ein Zeichensystem, das ähnlich den Noten in der Musik, oder der psychologischen Wirkung von Farben und Formen in der Lage ist, eine Form der Kommunikation aufzubauen. Das bedeutet, wenn wir dem Prinzip von Sender und Empfänger folgen, dass wir in der Lage sind diese Signale zu dekodieren und sie mehr oder weniger bewusst verstehen und mit Emotion, Sinn und Aussage zu belegen. Roland Barthes schreibt in diesem Zusammenhang in seinem Buch „Die Sprache der Mode“ von dem „kollektiven Imaginären“. Wir können in unserem Bewusstsein nonverbal dargestellte Botschaften, wie Architektur, darstellende Kunst, Musik und auch die Mode verstehen und mit Sinn belegen.

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Balenciga_Campaign

Dabei geht es nicht nur um Mode im Sinne von Kleidung. Alles spricht und tritt Beziehungen zueinander ein. Frisur, Make- up, Lidstrich, Accessoires, Hüftschwung und Körperhaltung. Mode ist die größte nonverbale Kommunikationsfläche des Menschen. Sie erstreckt sich von den Haarspitzen bis hin zu den Schuhsohlen, dazu kommt noch ein riesiges Arsenal von Bewegungsmustern und Mimik multipliziert mit Silhouetten, Proportionen, Texturen und Farbigkeiten.

In diesem Zusammenhang möchte ich mit dem nach wie vor grandiosen österreichischen Psychoanalytiker und Soziologen Paul Watzlawick (*1921 +2007) zitieren: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Anders gesagt, auch eine Absage an das System der Mode muss modisch formuliert werden.

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II The formula of the mode_ character systems:

Fashion develops a system of characters that is able to build a form of communication similar to musical notes, or the psychological effects of colors and shapes. This means, if we follow the principle of sender and receiver, that we are able to decode these signals and to understand them more or less consciously and to prove them with emotion, meaning and statement. In this context, Roland Barthes writes in his book „The Language of Fashion“ about the „collective imaginary“. In our consciousness, we can understand nonverbally presented messages, such as architecture, performing arts, music and even fashion, and make sense of it.

It’s not just about fashion in terms of clothing. Everything communicates and enters into relationships with each other. Hairstyle, make-up, eyeliner, accessories, hip swing and posture. Fashion is the largest nonverbal communication surface of humans. It extends from the tips of the hair to the soles of the shoes, in addition to a huge arsenal of movement patterns and facial expressions multiplied by silhouettes, proportions, textures and colors.In this connection.

I would like to quote the still great Austrian psychoanalyst and sociologist Paul Watzlawick (* 1921 +2007): „One can not not communicate“. In other words, even a rejection of the system of fashion must be formulated fashionably.

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_Die Formel der Mode_I_Hinführung_

_english text below_

_Beim Nachdenken über Mode kommt mir immer wieder die Frage in den Sinn, wie ich Mode verstehen und für mich begreiflich machen kann. Es ist ja so, dass sehr viele Menschen Mode bewusst auswählen und auch deren Aussagen deuten können. Woher kommt das? Welche inneren Mechanismen bringen einen Menschen dazu seinen Style bewusst zu wählen und sich seiner Wirkung nach außen und manchmal sogar seiner Bedeutung bewusst zu sein?

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Mode ist Kommunikation. Aber eben keine verbale. Deshalb kann Mode nie eindeutig sein. Trotzdem drückt man mit dem, was man trägt, beabsichtigt oder nicht, immer etwas aus. Eben diese Unschärfe in der Kommunikation ist ein Gradmesser für die Vitaliät von Kleiderkommunkation. Dabei nimmt Mode eine Doppelfunktion ein. Zum einen dient sie der Verlängerung des „Ich“, das heisst die getragenen Kleidertypen schicken Botschaften an unsere Umwelt, zum anderen weist Mode auch ins menschliche Innere. In diesem Zusammenhang dient sie dazu, dass wir uns in unserer ersten physischen Haut und in der zweiten selbstgewählten und zu gestaltenden Haut, nämlich der Mode, wohlfühlen und so  unserem „Ich“ innere Stärke verleihen.

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Off White

_The formula of Mode_I_Introduction_

_When thinking about fashion, I always come up with the question of how I can understand fashion and make it comprehensible for me. It is true that many people choose fashion consciously and can also interpret and explain their statements. Where does it come from? What are the internal mechanisms that make persons consciously choose their style and be aware of his or her external impact, and sometimes even its meaning?

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Vetements

Fashion is communication. But it is nonverbal. That’s why fashion can never be unequivocally. Nevertheless, there is always an expression with what you wear, by meaning or coincidentally. It is precisely this blurring of communication that is an indicator of the vitality of clothing communication. Fashion takes on a dual function. On the one hand, it serves as an extension of the „Ego,“ meaning that the worn types of clothing send messages to our environment, and on the other hand, fashion also points into the human heart. In this context, it serves to make us feel comfortable in our first physical skin and in the second self-selected and fashioned skin, namely, fashion, thus giving ourself inner strength.

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_brainstorm_cut outs_

_cut outs _perfectly rethought _showing fresh creative funkiness _nineties vibes meeting athleisure sexyness _@Vetements _@Off White_

_new forms of distinction_from bourgeoisie to subculture_

_english text below_

Beim Durchblättern diverser Modeinformationskanäle sehe ich nach wie vor Sportswear- und Streetweareinflüsse.  Daneben stehen Referenzen an die siebziger, achtziger und neunziger Jahre. Mit der Dior Men`s Wear Kollektion von Kim Jones, die uns in Richtung Zukunft beamt, zeichnen sich weitere starke Trends ab.

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Doch woher kommt der starke Einfluss von Streetwear und Sportswear?

Mode und die daraus resultierenden Kleiderstile entwickeln sich meist evolutionär und weniger, wie es uns die Modemagazine und die zahllosen Modeblogger aus marketingtaktischen Gründen glauben machen wollen, revolutionär. Unser heutiges Kleiderverständnis ist geprägt von dem historischen Prozess der Entwicklung soziologischer Vorbildfunktionen und Machtpositionen und der Akzeptanz oder der Ablehnung eben dieser.

Seit der industriellen Revolution um 1870 prägt das Industriebürgertum im Sinne des Bewahrens der Machtpositionen des Ancien Regimes die stilistische Akzeptanz von Kleiderbasistypen und vor allem das bürgerliche Kleider- und Rollenverständnis. Das ist für die Frau das „Kleid“ und den Mann der „Anzug“. Mode im konservativen Sinne bedeutet seither, dass der Mann seinen Reichtum modisch über die Kleider und Accessoires seiner Frau ausdrückt. Besonders die Kleiderform des Anzugs ändert sich stilistisch nur noch in Details. Es entstand eine angepasste Männermode, deren Ausdruck von Fleiß, Disziplin und puritanischem Verzicht geprägt war.

Mit dem Einfluss der Jugendkulturen, die als eigenständiges Genre seit den 1950- iger Jahren in der Mode wahrgenommen wird, fängt die zuvor stillschweigend akzeptierte Machtposition zwischen dem Großbürgertum und der Arbeiterschicht zu bröckeln. Das findet auch seinen Ausdruck in der Mode. Vereinfacht sahen vor dem Beginn der Jugendkulturen die Teenager aus wie Eltern, nur eben jünger mit weniger faltiger Haut. Jugend bekommt in dieser Zeit seine eigene stilistische Kodierung. Mit ihr begann der Stolz ihre Andersartigkeit möglichst offensiv zur Schau zu tragen.

Die Geschichte der klassischen Subkulturen kennen wir alle. Seit 1982 gilt Jugendkultur als Ideenreservoir der Modeindustrie, die in dieser Zeit an einer Phase der Ideenlosigkeit litt. Damit begann auch die kommerzielle Ausbeutung verschiedenster Subkulturen. Gleichzeitig brannten sich neue Archetypen von Kleidung in die kollektive Imagination.

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As I browse through various fashion information channels, I see lots of sportswear and streetwear influences. There are also references to the seventies, eighties and nineties. With the Dior Men`s Wear Collection by Kim Jones, which is beaming us towards the future, there are further strong trends.

But where does the strong influence of streetwear and sportswear come from?

Fashion and the resulting styles of garments are developing evolutionarily and less, as the fashion magazines and the countless fashion bloggers want to make us believe for marketing reasons, revolutionary. Our understanding of clothing today is shaped by the historical process of the development of sociological role models and positions of power and their acceptance or rejection.

Since the industrial revolution of 1870, industrial bourgeoisie has shaped the stylistic acceptance of types of clothing base and, above all, the bourgeois understanding of garments and  gender roles in the sense of preserving the positions of power of the ancien regime. This is the „dress“ for the woman and the „suit“ for the man. Fashion in the conservative way of thinking means since then that the man expresses his wealth with the fashionably clothes and accessories of his wife. Especially the dmen`s suit changes stylistically only in details. The result was an adapted menswear whose expression was characterized by diligence, discipline and Puritan renunciation.

With the influence of youth cultures, which has been perceived as an independent genre since the 1950s in fashion, the previously tacitly accepted power position between the upper bourgeoisie and the working class begins to crumble. This also finds its expression in fashion. Simply spoken, before the onset of youth culture, teens looked like parents, just younger with less wrinkled skin. Youth gets his own stylistic coding during this time. With this, the pride began to show off the otherness as aggressively as possible.

We all know the history of classical subcultures. Since 1982, youth culture has been regarded as a reservoir of ideas for the fashion industry, which at this time was suffering from a period of lack of ideas. This also began the commercial exploitation of various subcultures. At the same time, new archetypes of clothing burned into the collective imagination.

 

 

 

 

 

 

 

_new forms of distinction_traditions of rebellion_

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Punk war wohl der rebellischte und gleichzeitig plakativste aller Jugenduntergrundkulturen bis 1982, also der subkulturellen Klassik. Das stereotype Punk- Image, das in unserem kollektiven Imaginären verblieben ist, ist mittlerweile auf mit Nieten, Kritzeleien und „Buttons“ übersäte Perfecto- Motorradlederjacken und den nicht zu übersehenden Irokesenschnitt reduziert.

Besonders der frühe Punk spielte sehr subtil und gleichzeitig äußerst eindeutig mit stilistischen Kodierungen und Dekontextualisierungen.

Was ist Dekontextualisierung? In unserem Verständnis der Kleiderkommunikation im Sinne des kollektiven Imaginären sind visuelle, olfaktorische und auditive Zeichen wahrnehmbar, dechiffrierbar und individuell deutbar.

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Johnny Rotten 1979

Auf dieser Basis beginnt auf dem T- Shirt von Johnny Rotten ein sehr kreatives Spiel mit den Zeichen der Druckmotive. Als Überschrift lesen wir „Destroy“, ob als Handlung, Aufforderung oder das Individuum selbst betreffend, bleibt unklar. Die Briefmarke mit der englischen Königin Elizabeth II ist ein Symbol für die Macht des Staates. Das Drucken von Briefmarken ist der Staatsgewalt vorbehalten und ein Missbrauch streng verboten. Das Kreuz als Zeichen der Kirche ist auf dem Kopf und kann in dieser Form der Darstellung als satanisch verstanden werden. Das Hakenkreuz im Hintergrund ist ein Zeichen der Provokation. Ich möchte erwähnen, dass Hakenkreuzsymbole im frühen Punk, aber genauso im Hardrock und Heavy Metal in den End 1970- iger Jahren häufige Verwendung fanden.

All diese Zeichen sind aus ihrem Kontext genommen dennoch ist ihre eigentliche Bedeutung wahrnehmbar. Durch die Kollage entsteht ein neuer Zusammenhang und eine anarchistische Form des „Storytelling“. Der Betrachter kann diesen neu geschaffenen Zusammenhang  empfinden und deuten und so seine eigene Geschichte aus der individuellen Wahrnehmung heraus für sich selbst erzählen.

Das Modelabel Vetements folgt dieser anarchistischen Tradition. Das Stilmerkmal der Dekontextualisierung wird hier in Form von Umschlägen von Reisepässen als Schuhleder verwendet. Der Reisepass ist ein Zeichen der Autorität eines Staates, er ordnet Menschen Nationalitäten zu und bestimmt gleichzeitig die individuelle Freizügigkeit. Der Pass ist Zeichen der staatlich lesbaren Identität einer Person. Den Schuh kann man als einfachstes Mittel des physischen Vorwärtsschreitens sehen. Ohne die Erfindung von Schuhen wäre die globale Besiedlung unseres Planeten durch die Menschheit nicht möglich gewesen. Bringt man diese Handlungsstränge zusammen, so entsteht eine sehr subtile Geschichte mit anarchistischem Potenzial. Die Stränge der Handlung entstehen spielerisch aus der Kommunikation von Kleidung und ihrer Zeichen.

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Punk was probably the most rebellious and at the same time most striking of all youth underground cultures until 1982, ie the subcultural classic. The stereotypical punk image that has remained in our collective imaginary, with rivets, scribbles and „buttons“ laced with Perfecto motorcycle leather jackets and the not to be overlooked mohawk.

Especially the early punk played very subtly and at the same time very clearly with stylistic codes and decontextualizations.

What is decontextualization? In our understanding of dress communication in the sense of the collective imaginary, visual, olfactory and auditory signs are perceptible, decipherable and individually interpretable.

On this basis, the Johnny Rotten T-shirt starts a very creative game with the characters of the print motifs. As headline, we read „Destroy“, whether as an action, solicitation or the individual himself, remains unclear. The stamp with the English Queen Elizabeth II is a symbol of the power of the state. The printing of stamps is reserved for the state and abuse is strictly forbidden. The cross as a sign of the church is upside down and can be understood in this form of representation as satanic. The swastika in the background is a sign of provocation. I would like to mention that swastika symbols were often used in early punk, but also in hard rock and heavy metal in the late 1970s.

All these signs are taken out of context, yet their true meaning is perceptible. Collage creates a new context and an anarchic form of „storytelling“. The viewer can feel and interpret this newly created context and thus tell his own story for himself from the individual’s perception.

Fashion label Vetements follows this anarchist tradition. The stylistic feature of decontextualization is used here in the form of envelopes of passports as shoe leather. The passport is a sign of the authority of a state, it assigns people to nationalities and at the same time determines the individual freedom of movement. The passport is a sign of the state-readable identity of a person. The shoe can be seen as the simplest means of physically advancing. Without the invention of shoes, humanity’s global occupation of our planet would not have been possible. Bringing these storylines together creates a very subtle story with anarchistic potential. The strands of action playfully emerge from the communication of clothing and its signs.

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Vetements_AW_2018

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_off white_title „incomplete“_most inspiring men‘s wear collection_EDFC23CD-9CCC-4223-AD19-B87E3C150FF14320FC1D-3328-4864-8CD7-A33812CB6CF8199B8513-6410-40DE-BB22-934BB343D6F25558DE96-4F14-4340-95C8-93CEEB5A0A40E751F092-13DA-462E-9FEC-D0E0F37080EF991A1FA4-D531-433F-8F23-8CD3E803C3CC3B3FF2AA-F10C-4898-A0D6-5C6F5F234E85