_ After the Fashion Weeks_ What`s Next?_ The Principle of Movement and Counter- Movement_

_ english version below_

_mit dem Defilé von Louis Vuitton am Abend des fünften März 2019 ging der Reigen der großen Herbst Winter 2019/ 2020 Modenschauen zu Ende_ nach den New Yorker, Londoner, Mailänder und Pariser Fashionweeks sind alle an der Mode interessierten Followers voll von Input und Inspirationen, berauscht von dem kreativen Output der Modedesigner und ihren Teams_

_was war die Botschaft der Modenschauen?_ welche Geschichten wurden in den Kollektionen erzählt?_ als Beobachter der Geschehnisse stellen wir uns diese Frage und wissen dabei genau, dass jede Antwort immer eine Vereinfachung bedeutet und nicht jeder Kollektion gerecht werden kann_ wir sollten deshalb die Frage unter einen Fokus stellen_ mein persönlicher Fokus war die Fragestellung nach der modischen Nachfolge von Streetstyle und Athleisure?_

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_die modischen Konsumenten teilen sich sehr grob in drei Gruppen_ die modische Avantgarde, der Mainstream und die Konservativen unter uns_ jede modische Bewegung wird als erstes von einer Avantgarde kreiert oder mindestens aufgegriffen_ häufig werden diese Personen von den anderen Gruppen unverstanden belächelt_ aus all den stilistischen Vorschlägen der modischen Avantgarde finden sich immer einige taugliche für den modischen Mainstream_  der dieser dann auch zeitversetzt dankbar aufgreift_ wir finden dann einen Modestil flächenübergreifend in allen Modepublikationen_auch in den elektronischen Medien_ und in den Schaufenstern der einschlägigen Modedealer_  bis dieser Stil schließlich auch die konservativen Gruppen unter uns erreicht_ dies war als letztes mit den Themen um Athleisure und Streetstyle der Fall_ diese Stilrichtungen gab es zuletzt von Avantgardelabels wie Off White und Vetements, über einen Mainstream wie Hugo Boss bis hin zu H&M und Konsorten, und Marc Cain, Betty Barcley und Max Mara auf der eher konservativen Seite der Mode_ ist dieser größte Punkt der Sättigung eines Modestiles erreicht, so sucht sich die Avantgarde ein neues Experimentierfeld, zum einen als Distinktionsmerkmal, zum anderen wird ein in allen erdenklichen Varianten durchgehechelter Modestil auch irgendwann schlichtweg langweilig_

_dieser Punkt ist nun erreicht_ während meiner letzten modischen Recherche vor Ort zur Premiere Vision in Paris im Februar, siehe Blog- Beiträge, fand ich in den Geschäften und Auslagen von Tom Greyhound, über L’éclaireur, bis hin zu den Flagshipstores auf der Rue Faubourg Saint Honorè das Thema Streetstyle und Athleisure noch sehr stark, aber der Wunsch nach modischer Neuerung war implementiert_

_die modische Avantgarde ging nun diesen Schritt auf dem letzten Defilé Reigen, der gestern zu Ende ging_

_auf der New York Fashion Week fiel mir zum ersten Mal ein vom Glamour eines Studio 54 und einem coolen Vibe der 1980- iger Jahre geprägte modische Stilistik auf_ junge Labels wie Area, oder Tomo Kuizumi, oder der schon sehr etablierte und nicht nur auf sein Handtaschen zu reduzierende Michael Kors, machten mit neuen Ansätzen auf sich aufmerksam_

_auf der London Fashion Week verfestigte sich dieses Bild_mit den Kollektionen von JW Anderson, Erdem, oder Richard Quinn entstand ein von verschwenderischer Opulenz geprägtes Bild, das mit viel Ironie einen Gegenpol zu allen Streetstyle und Athleisure Ansätzen aufbauen konnte_

__zunächst eine Sensation_ Gucci zeigt wieder in Mailand_ die Kollektion war von maximalistischer Extravaganz, eine Ode an das Hollywood der Mitte des letzten Jahrhunderts geprägt_ den Gegenpol dazu bildete für mich Prada_ die richtige Umschreibung wäre eine minimalistische Extravaganz, geprägt von cooler und gleichzeitig düsterer Romantik_ nichtsdestotrotz waren die Taillierungen mit Gürteln die wunderschönsten_ Moncler verfeinert die Kunst des Drops mit Moncler Genius und wunderschönen Inszenierungen_ die Sprachen eines der jeweils eingeladenen acht Genius Designer trifft auf die Aussage von Moncler_ besonders spannend bei Pier Paolo Picciolo_

_ mein persönlicher Höhepunkt der Defilés waren die Fashionshows in Paris_

_ fulminant Yves Saint Laurent_ Vaccarello zeigte starke, äußerst selbstbewusste Frauen mit der Coolness einer Grace Jones aus den achtziger Jahren und einer sensationellen Schwarzlichtinstallation_

_ kultivierte Einfachheit mit einer großen Portion von Glamour und Sexyness bei Off White_ mit der wahrscheinlich schönsten Kombination von drapierten Kleidern und oversized geschnittenen Mänteln_

_ bei Rick Owens traf die dunkle Seite des Glam Rock auf Haute Couture_ Owens erschuf wunderschöne Mantel Silhouetten und kombinierte drapierte Kleider dazu_

_ Maison Margiela reflektiert in seiner Modenschau die Verzweiflung unser globalen Welt_ was kann nach Dekadenz kommen?_ natürlich Nüchternheit_ den Soundtrack dazu lieferte Schwanensee_

_Dries Van Noten zeigt eine eindringliche Melancholie_“ ein komisches Gefühl“, sagte er „eine Fremdartigkeit“ _ van Noten interpretierte widersprüchliche Sehnsüchte elegant mit den Mitteln der Mode_

_ Givenchy_ Waight Kellers Arbeiten in dieser Saison drehten sich um das Schneiderhandwerk_  sie experimentierte mit einer Reihe von Schulterformen, darunter einer geschrumpften 90- iger -Schulter, einer starken 40- iger -Form, am spannensten jedoch eine skulpturale, oben abgerundete Schulterform mit offenen Nähten_

_Balenciaga_ Demna Gvasalia strebt die Krone der Intellektualität in der Mode an_ er beschreibt in seiner Kollektion, die in einer anonym, ohne Dekoration ausgestattete, aber mit Licht und Musik bedrohlich wirkend inszenierten Fashionshow, eine mystischen, harten und dennoch poetisch sachlichen Stil_ eine Art Hardcore Chic, minimalistisch cool wirkende Schneiderkunst, die sich einer Computer manipulierten Schnitt- und Verarbeitungstechniken bedient_

_ Nicolas Ghesquière hat für _ Louis Vuitton_ über die Trennlinie zwischen digitaler und realer Welt nachgedacht_ in der vergangenen Saison landete er auf der virtuellen Seite_ diese Show steht unter dem Thema „geolocated“_ genau unter einen Standort_ Beaubourg, das berühmte Centre Pompidou im vierten Arrondissement und den großen Platz davor_

_ die Frage nach der modischen Nachfolge von Streetwear und Athleisure kann ich nach den Defilés für mich eindeutig beantworten_ die modischen Aussagen werden bestimmt von einer Stimmung der Hardcore Coolness der achtziger Jahre mit einen starken neunziger Minimalismus Vibe und Emotionen, die sich als geheimnisvoll, bedrohlich und mystisch darstellen_ der Mantel und das Jackett stehen absolut im Zentrum des modischen Schaffens_ dazu drapierte von der Couture inspirierte Kleider_ sophisticated simplicity and cool romance_ but no athleisure_

_ english version_

_ with the Defilé by Louis Vuitton on the evening of March 5, 2019, the round of big autumn winter 2019/2020 fashion shows starting in New York, followed in London, then the fashion weeks Milan and Paris_ now all followers interested in fashion are full of input and inspiration, intoxicated by the creative Output of fashion designers and their teams_

_ what was the message of the fashion shows? _ what stories were told in the collections? _ as an observer of the events, we ask ourselves this question and know exactly that every answer always means a simplification_ we should therefore focus on our personal questions_ mine the question of the fashionable succession of streetstyle and athleisure_

_ fashion consumers share very roughly in three groups_  the fashionable avant-garde, the mainstream and the conservatives among us_ each fashion movement is first created or at least taken up by an avant-garde- often these people are ridiculed by the other groups without any understanding fashion avant-garde are always some suitable for the fashionable Mainstream_ this then also time-delayed gratefully takes up_ we then find a fashion style across all platforms in all fashion publications_ also in the electronic media_ and in the shop windows of any relevant fashion dealers_ until this style finally reached the conservative groups among us_ for example the fashion themes of athleisure and streetstyle could be recognized in fashion genre – styles could be found from avant – garde labels such as Off White and Vetements further to a fashion mainstream, from Hugo Boss to H & M, to Mar c Cain and Max Mara_ if this point is reached, then the avant-garde is looking for a new field of experimentation as a distinguishing feature, on the other hand, a fashion style that is pervaded by all imaginable variants will eventually become boring_

_this point has now been reached _ during my recent fashion research spot for Premiere Vision in Paris in February, see blog posts, I found in the shops and displays of Tom Greyhound, L’éclaireur, to the flagship stores on the Rue Faubourg Saint Honorè’s street style and athleisure still very strong, but the desire for fashion innovation was implemented_

_ the fashio avant-garde took this step on the last Defilees, which ended yesterday_

_ duringthe New York Fashion Week, for the first time, I noticed a fashionable style inspired by the glamor of a Studio 54 and a cool vibe of the 1980s, such as Area, or Tomo Kuizumi, or the well-established and not just his handbags to be reduced Michael Kors made with new approaches to attention_

_ at London Fashion Week, this image became solid with the collections of JW Anderson, Erdem, or Richard Quinn emerged a picture of lavish opulence, which with irony could counterbalance all streetstyle and athleisure approaches_

__first a sensation_ Gucci shows again in Milan_ the collection was characterized by maximalistic extravagance, an ode to the Hollywood of the middle of the last century_ the opposite pole to me was Prada_ the correct description would be a minimalistic extravagance, characterized by cool romance_ nonetheless the waistlines were part of it Gird the most beautiful_ Moncler refines the art of drop with Moncler Genius and beautiful stagings_ the languages ​​of one of the invited eight Genius designers meets the statement of Moncler_ particularly exciting at Pier Paolo Picciolo_

_ my personal highlight of the Defilés were the fashion shows in Paris_ fulminant Yves Saint Laurent_ Vaccarello showed strong, extremely confident women with the coolness of a Grace Jones from the eighties and a sensational black light installation_

_ cultivared simplicity with a large dose of glamor and sexiness at Off White_ with probably the most beautiful combination of draped dresses and oversized cut coats_

_ at Rick Owens, the dark side of glam rock hit haute couture_ Owens created gorgeous coat silhouettes and combined draped dresses.

_ Maison Margiela reflects in his fashion show the despair of our global world_ what can come after decadence? _ of course sobriety_ provided the soundtrack to it Schwanensee_

_Dries van Noten shows a haunting melancholy_ „a weird feeling,“ he said. „a strangeness.“ _ van Noten interpreted contradictory longings elegantly with the means of fashion_

Givenchy_ Waight Keller’s work this season revolved around tailoring craftsmanship_ she experimented with a series of shoulder shapes, including a shrunken 90s shoulder, a strong 40s form, but most lusciously a sculptural, rounded shoulder shape with open seams_

_Balenciaga_ Demna Gvasalia strives for the crown of intellectuality in fashion_ he describes in his collection, in an anonymous, decorated without decoration, but with light and music threatening acting staged fashionshow, a mystical, tough and yet poetically factual style_ a kind of hardcore chic , minimalist, cool-looking tailoring that uses computer-manipulated cutting and processing techniques_

_ Nicolas Ghesquière has been thinking about the dividing line between the digital and the real world for _Louis Vuitton_ last season he landed on the virtual page_ this show is under the theme „geolocated“ _ just below a location_ Beaubourg, the famous Center Pompidou in the fourth arrondissement and the big place before_

_ the question of the fashionable succession of streetwear and athleisure I can clearly answer after the defilés_ the fashion statements are determined by a mood of hardcore coolness of the ninteeneighties with a strong nineteennineties minimalism vibe and emotions that prove to be mysterious, threatening and mystic pose_ the coat and jacket are absolutely at the center of all the fashion creations_ draped, couture-inspired dresses_ sophisticated simplicity and cool romance_ but no athleisure_

_ Pop Culture_ Art_and Fashion_

 

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_ Art Karlsruhe 2019_beim Besuch von Kunstmessen oder auch Galerien kommt mein Selbstverständnis als Modedesigner zum Tragen_ dieser Sichtweise folgend, suche ich nach Verbindungen von gestalterischen Entwicklungen von Mode bestimmenden Design und der Welt der zeitgenössischen Künste_

_POP, Postmoderne, Global Art und Pop Art nehme ich als bestimmend wichtigen Faktor für unser gestalterisches Bewusstsein wahr_neu definiert und leichtfüßig dargestellt_diese Themengebiete beeinflussen  gleichermaßen die darstellende Kunst, als auch für die Mode_

_Zitate kommen aus der Welt des Konsums_ Waren, stereotype Images und so etwas wie die Abbildung zentraler „Icons“ eines „Fans“, die sich im Laufe der Sozialisation einer individuellen Entwicklung vom Teenager zum adulten Menschen verorten lassen_

_anhand des künstlerischen Umgangs mit prägenden „Icons“ aus der Welt der Comics, der Supermärkte, der Werbung, aber auch der Cartoons, der Zeichentrickserien und der Welt des Glamours werden diese Prozesse visuell und emotional erlebbar und verständlich gemacht_das visuelle Erleben wird auf eine wunderschöne Art sehr leicht_

_die Formen Darstellung zeigen das Verführungspotenzial der Welt der Waren und des Entertainment_auf keinen Fall moralinsauer mit besserwisserisch erhobenem Zeigefinger_trotzdem distanziert und oft auch sehr ironisch_

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_die Stilwelten Mode prägender Designer, wie Virgil Abloh für Off White und Louis Vuitton Men`s Wear, oder Alessandro Michele für Gucci, oder Dema Gvasalia für Vetements und Balenciaga, um nur einige der zur Zeit wichtigsten Impulsgeber zu nennen, bedienen sich ganz ähnlicher Basisgrößen als stilistische Grundlage für das „Storytelling“ in deren Modedesign und Kampagnen in den Print- und elektronischen Medien_Pop Art und angrenzende Stile sind auch im Zusammenhang mit Mode eine der  Grundlagen für Variationen in der stilistischen Aussage_

_english version below_

IMG_2182IMG_1932 (Bearbeitet)IMG_2171IMG_1924IMG_2158IMG_2190IMG_2117 (Bearbeitet)IMG_2166IMG_1923 (Bearbeitet)IMG_2111 (Bearbeitet)IMG_2208IMG_2206IMG_2205IMG_2197IMG_2202 (Bearbeitet)IMG_2203 (Bearbeitet)IMG_2204

_yesterday visiting Art Karlsruhe_ when visiting art fairs, I follow my point of view as a fashion designer, always looking for connections between design developments in contemporary fashion design and the world of the arts_

_we are located in the world of Pop Art_newly defined and lightly portrayed_topics can be localized in the world of consumer goods, stereotypical images and something like the image of central „icons“ in the socialization of a possible development from a teenager to an adult_the depiction of centrally shaped „icons“ from the world of comics, supermarkets, advertising, but also cartoons, animated series and the world of glamor make these processes visually tangible_the visual experience shows itself in a beautiful way as very easy, the seduction potential living up to the world of goods and entertainment, and by no means morally sour with a forewarned finger, nevertheless distanced and often very ironic_

_the style worlds of fashion-defining designers, such as Virgil Abloh for Off White and Louis Vuitton Men’s Wear, or Alessandro Michele for Gucci, or Dema Gvasalia for Vetements and Balenciaga, to name just a few of the momentarily most important impulses, make use of very similar basic sizes as a stylistic basis for „storytelling“ in their fashion design and campaigns in the print and electronic media_Pop Art and adjacent styles are also in the context of fashion one of the foundations for variations in the stylistic statement_

 

_men`s wear_non academic proprtions_

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_german text below_

_streetstyle_using streetstyle inspirations is essentially about not accepting boundaries_litarally streetstyle means not being inside the building_it is the opposite_it means to stand outside the building, the institutions, the academical way of thinking, outside the regulated enviroment_

_this position gives the designer the freedom not to follow the regulations of fashion traditions or the fashion industry aswell as the market and so being able rethinking common processes and creating new ideas_the situation reminds me on a very similar circumstance, as in the impressionstic period of art, artists physically left their acadamenic buildings to go outside and follow a completely new way of painting_this rebellious step did all categories of ar,t from fine art to sculpturing_they ignored the rules of how a painting ought to be done in a academic way_

_streetstyle ignores the rules of tailored craftsmenship and distribution of garments_on this base the process of creating garments can be thought in anew way_proportions and process of workmanship can be realized and invented in a new way_

_by getting inspirations from types of garments that stand outside of the regulations of the bourgeoise system, this allows a stylistic dialogue with the persons that are exluded of this system_

_Demna Gavasalia says about nowadays fashion system that it is about inclusion, exclusion is a thought of yesterdays_this circumstance allows design a new stylistic dialogue, leaving regulated structures of thinking while going outside on the streets_

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_streetstyle_im Prinzip geht es darum, keine Grenzen zu akzeptieren_daran müssen wir uns bei der Betrachtung von streetstyle immer erinnern_es geht nicht darum ein Hoodie und eine MA-1 zu tragen_wörtlich bedeutet streetstyle, nicht im Gebäude zu sein_streetstyle beschreibt das Gegenteil_das bedeutet, außerhalb des Gebäudes zu stehen, der Institutionen, der akademischen Denkweise, außerhalb einer regulierten Umgebung_

_diese Position gibt dem Designer einerseits die Freiheit die Zwänge von Kleidertraditionen und modischer Uniformität zu verlassen und andererseits Prozesse der Modeindustrie und der Vermarktung von Mode neu zu definieren und so neue Ideen zu schaffen_die Situation erinnert mich an einen sehr ähnlichen Umstand, denn im Impressionsmus Kunst verließen Künstler ihre akadamenischen Gebäude physisch, um nach draußen zu gehen, um in einer völlig neuen Art zu malen_das betraf alle Sparten der Kunst, von der bildenden Kunst bis zur Bildhauerei_sie ignorierten die Regeln, wie ein Bild auf akademische Weise gemacht werden sollte_

_streetstyle ignoriert die Regeln von Traditionen maßgeschneiderter Handwerkskunst bis hin zur Vermarktung von Kleidungsstücken_auf dieser Basis kann der Prozess der Erstellung von Kleidungsstücken auf eine neue Art und Weise gedacht werden_Proportionen und der Verarbeitungsprozess kann so auf eine neue Weise realisiert und erfunden werden_

_die Inspiration von Kleidungsstücken, die außerhalb der Vorschriften des bourgeoisen Kleidersystems stehen, ermöglicht einen stilistischen Dialog mit den Personen, die von diesem System ausgeschlossen sind_

_Demna Gavasalia sagt über das heutige Modesystem, dass es um Inklusion geht_Ausgrenzung ist ein Gedanke von gestern_dieser Umstand ermöglicht die Gestaltung eines neuen stilistischen Dialogs, der etablierte Denkstrukturen hinter sich lässt, während er das Gebäude verlässt und auf die Straße geht_

_Die Formel der Mode_III_Variablen_

-english text below_

Aus diesen Grundlagen entwickelt sich direkt die Formel der Mode. Zunächst möchte ich die Größen der Formel erläutern.

Die Basis der Formel ist das Treffen von Balancen in der Kleiderselektion. In diesem Zusammenhang möchte ich die Frage nach der Entschiedenheit in der modischen Kleiderselektion stellen. Wann wird ein Look „Athleisure“? Per Definitionem wenn mehr als zwei Kleidungstücke eines Looks, Schuhe und Accessoires nicht eingerechnet, aus der Welt des aktiven Sports stammen. Ist nur ein Kleidungsstück aus der Welt des aktiven Sports, so sprechen wir von „Casual“. Dieses simple Beispiel zeigt sehr genau, was mit der „Balance“ gemeint ist. Die Balance drückt den Punkt aus, ab welchem eine Stilaussage deutlich, verschwommen, oder missverständlich wird. Das immer wieder neue austarieren von Balancen ist ein wichtiges Rezept für die Weiterentwicklung und Neuinterpretation von Mode. In diesem Zusammenhang noch ein weiteres Beispiel. Es gibt Jackentypen, die stehen für den Inbegriff von jugendlicher Rebellion. Dazu gehören die Perfecto- Motorradjacke für den Rocker in uns und die MA-1 Fliegerjacke. Besonders die MA-1 Fliegerjacke hat in ihrer Geschichte des modischen Sozialisation schon sehr viele Facetten durchlaufen. Je nach Verschiebung von Balancen in einem Look, entstehen unterschiedlichste Bilder, die mit ungebleichter Jeans und Poloshirt zum klassischen Skinhead tendieren, mit Sweatpant und T- Shirt den Träger zum wilden Tänzer auf Acid- House- Parties der späten achtziger und frühen neunziger Jahre werden lassen. Die Basis bleibt dabei derselbe Kleidertyp.

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Diese Balancen lassen sich mit allen Kleidertypen der Modegeschichte, von der Toga, über den Trenchcoat, bis hin zum Kleinen Schwarzen durchspielen. Gleiches kann man auch Farbaussagen, Stoffmustern und Printmotiven, Texturen und Strukturen, Proportionen und Silhouetten machen.

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Ein weitere wichtige Größe ist die beabsichtigte Botschaft in der Kleiderselektion. Um beim oben erwähnten „Athleisure“- Beispiel zu bleiben, könnte der Look zum einen sehr gepflegt und konservativ gedacht sein, zum anderen aber sexy und die Blicke der Umwelt herausfordernd gedacht werden. Bei beiden zugegeben sehr verkürzt dargestellten Stereotypen geht es um die Verlängerung des „Ich“. Wie will ich wahrgenommen werden, welche Werte verkörpere ich, was gebe ich von mir preis? Bei Modelabels müsste diese Variable mit Größen der Außenwirkung, der Firmenbotschaft, dem Storytelling, oder der Marketingstrategie ersetzt werden.

Daraus ergibt sich folgende Formel:

“ die Balance der Selektion der Kleidertypen (Farbigkeiten) (Musterungen) (Texturen) (Proportionen und Silhouetten) in Relation zur beabsichtigten Verlängerung des Ich (Storytelling) (Botschaft)“.

Spielt damit :-).

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III The formula of Mode_Variables:

From these basics, the formula of fashion develops directly. First I would like to explain the ingedients of the formula.

The basis of the formula is the meeting of balances in the clothing selection. In this context, I would like to ask the question of the decisiveness in the fashionable clothes selection. When will a look become „athleisure“? By definition, if more than two pieces of clothing of a look, not including shoes and accessories, come from the world of active sports. Is just a piece of clothing from the world of active sports, so we speak of „casual“. This simple example shows exactly what is meant by „balance“. The balance expresses the point from which a style statement becomes clear, blurry, or misleading. The always new definition of balances is an important recipe for the further development and reinterpretation of fashion. In this context another example. There are jacket types that stand for the epitome of youthful rebellion. These include the „Perfecto“ motorcycle jacket for the „Rocker“ in us and the „MA-„1 flight jacket. Especially the „MA-1“ flight jacket has gone through many facets in its history of fashionable socialization. Depending on the shift in balance in one look, the most varied images, which tend to be classic skinheads with unbleached jeans and a polo shirt, turn the wearer into a wild dancer at acid house parties in the late eighties and early nineties with a sweatpant and t-shirt. The base remains the same type of clothing.

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These balances can be played with all types of clothing in fashion history, from the toga, to the trench coat, to the little black dress. The same can be said for color statements, fabric patterns and print motifs, textures and structures, proportions and silhouettes.

Another important size is the intended message in the clothing selection. To stay with the above-mentioned „atleisure“ example, the look could be very well-groomed and conservatively respected on one hand, but sexy and the glances of other persons in the environment could be thought provocatively on the other. Both of the stereotypes, which are admittedly very shortened, deal with the extension of the „Ego“. How do I want to be perceived, which values do I embody, what do I reveal about myself? For fashion labels, this variable would have to be replaced by outward appearance, company message, storytelling, or marketing strategy.

This results in the following formula:

„the balance of the selection of garment types (or textures) (or proportions and silhouettes) in relation to the intended extension of the Ego (or storytelling…)“.

Go, play with it :-).

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_Claire Waight Keller approches for Givenchy Couture the most modern approach to the collection_to create a modern attitude street wear influences are mixed perfectly with the heritage of the house Givenchy_

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_in my perception John Galliano shows for Maison Margial  the way to camouflage oneself in the decomposition of unstoppable consumption and the tsunami of visual information crashing down on all of us_

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_lavishly sumptous flower inspiratios at Maison Valentino_Couture in a very clssical way_still beautiful_

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_Die Formel der Mode_II_Zeichensysteme_

_english text below_

Mode entwickelt ein Zeichensystem, das ähnlich den Noten in der Musik, oder der psychologischen Wirkung von Farben und Formen in der Lage ist, eine Form der Kommunikation aufzubauen. Das bedeutet, wenn wir dem Prinzip von Sender und Empfänger folgen, dass wir in der Lage sind diese Signale zu dekodieren und sie mehr oder weniger bewusst verstehen und mit Emotion, Sinn und Aussage zu belegen. Roland Barthes schreibt in diesem Zusammenhang in seinem Buch „Die Sprache der Mode“ von dem „kollektiven Imaginären“. Wir können in unserem Bewusstsein nonverbal dargestellte Botschaften, wie Architektur, darstellende Kunst, Musik und auch die Mode verstehen und mit Sinn belegen.

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Dabei geht es nicht nur um Mode im Sinne von Kleidung. Alles spricht und tritt Beziehungen zueinander ein. Frisur, Make- up, Lidstrich, Accessoires, Hüftschwung und Körperhaltung. Mode ist die größte nonverbale Kommunikationsfläche des Menschen. Sie erstreckt sich von den Haarspitzen bis hin zu den Schuhsohlen, dazu kommt noch ein riesiges Arsenal von Bewegungsmustern und Mimik multipliziert mit Silhouetten, Proportionen, Texturen und Farbigkeiten.

In diesem Zusammenhang möchte ich mit dem nach wie vor grandiosen österreichischen Psychoanalytiker und Soziologen Paul Watzlawick (*1921 +2007) zitieren: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Anders gesagt, auch eine Absage an das System der Mode muss modisch formuliert werden.

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II The formula of the mode_ character systems:

Fashion develops a system of characters that is able to build a form of communication similar to musical notes, or the psychological effects of colors and shapes. This means, if we follow the principle of sender and receiver, that we are able to decode these signals and to understand them more or less consciously and to prove them with emotion, meaning and statement. In this context, Roland Barthes writes in his book „The Language of Fashion“ about the „collective imaginary“. In our consciousness, we can understand nonverbally presented messages, such as architecture, performing arts, music and even fashion, and make sense of it.

It’s not just about fashion in terms of clothing. Everything communicates and enters into relationships with each other. Hairstyle, make-up, eyeliner, accessories, hip swing and posture. Fashion is the largest nonverbal communication surface of humans. It extends from the tips of the hair to the soles of the shoes, in addition to a huge arsenal of movement patterns and facial expressions multiplied by silhouettes, proportions, textures and colors.In this connection.

I would like to quote the still great Austrian psychoanalyst and sociologist Paul Watzlawick (* 1921 +2007): „One can not not communicate“. In other words, even a rejection of the system of fashion must be formulated fashionably.

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_Die Formel der Mode_I_Hinführung_

_english text below_

_Beim Nachdenken über Mode kommt mir immer wieder die Frage in den Sinn, wie ich Mode verstehen und für mich begreiflich machen kann. Es ist ja so, dass sehr viele Menschen Mode bewusst auswählen und auch deren Aussagen deuten können. Woher kommt das? Welche inneren Mechanismen bringen einen Menschen dazu seinen Style bewusst zu wählen und sich seiner Wirkung nach außen und manchmal sogar seiner Bedeutung bewusst zu sein?

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Mode ist Kommunikation. Aber eben keine verbale. Deshalb kann Mode nie eindeutig sein. Trotzdem drückt man mit dem, was man trägt, beabsichtigt oder nicht, immer etwas aus. Eben diese Unschärfe in der Kommunikation ist ein Gradmesser für die Vitaliät von Kleiderkommunkation. Dabei nimmt Mode eine Doppelfunktion ein. Zum einen dient sie der Verlängerung des „Ich“, das heisst die getragenen Kleidertypen schicken Botschaften an unsere Umwelt, zum anderen weist Mode auch ins menschliche Innere. In diesem Zusammenhang dient sie dazu, dass wir uns in unserer ersten physischen Haut und in der zweiten selbstgewählten und zu gestaltenden Haut, nämlich der Mode, wohlfühlen und so  unserem „Ich“ innere Stärke verleihen.

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Off White

_The formula of Mode_I_Introduction_

_When thinking about fashion, I always come up with the question of how I can understand fashion and make it comprehensible for me. It is true that many people choose fashion consciously and can also interpret and explain their statements. Where does it come from? What are the internal mechanisms that make persons consciously choose their style and be aware of his or her external impact, and sometimes even its meaning?

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Vetements

Fashion is communication. But it is nonverbal. That’s why fashion can never be unequivocally. Nevertheless, there is always an expression with what you wear, by meaning or coincidentally. It is precisely this blurring of communication that is an indicator of the vitality of clothing communication. Fashion takes on a dual function. On the one hand, it serves as an extension of the „Ego,“ meaning that the worn types of clothing send messages to our environment, and on the other hand, fashion also points into the human heart. In this context, it serves to make us feel comfortable in our first physical skin and in the second self-selected and fashioned skin, namely, fashion, thus giving ourself inner strength.

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